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Selbstgebauter Leuchttisch

Beitrag vom 24. März 2017

Für die Herstellung doppelseitiger Platinen könnte man gut einen Leuchttisch gebrauchen.

Ich habe neulich einen alten Medion-TFT-Monitor im Schrott gefunden, der mit einem externen Netzteil 12 V, 3 A gespeist wurde. Leider fehte das externe Netzteil. Aber "irgendein" Stecker-Schaltnetzteil mit 1 bis 2 A könnte vielleicht reichen...

Typenschild

Die Idee war nun, das eigentliche TFT-Panel und die Elektronik (fast komplett) zu entfernen, so dass nur noch die CCFL-Leuchtstoffröhren und die "Milchglasfolien" übrig bleiben, die das Licht der vier CCFL-Röhren gleichmäßig auf dem Bildschirm verteilen. Außerdem muss man natürlich die CCFL-Inverter (Achtung Hochspannung von mehr als 3 KV!) drin lassen.

Der Vorteil der TFTs mit externem Netzteil ist, dass man es nicht mit 230 V Netzspannung im Gerät zu tun hat und die Spannungsversorgung der CCFL-Leuchtstoffröhren (CCFL-Inverter) sich meist auf einer separaten Platine befindet, die man direkt mit einem (üblicherweise) 12-V-Netzteil verbinden kann.

Sollte es gelingen, die CCFL-Röhren wieder zum Leuchten bringen, so hätte ich einen ca. A4 großen Leuttisch!

Erwartungsgemäß war es schwierig, heraus zu bekommen, wie der CCFL-Inverter direkt mit dem Stecker-Schaltnetzteil verbunden werden muss. Alle TFT-Monitore haben ja einen Energiespar-Mechanismus. Das erkennt man daran, dass ein Monitor nach wenigen Sekunden abschaltet, wenn er kein Bildsignal vom Computer bekommt.

CCFL-Inverter

CCFL-Inverter DELTA DAC-12C020

Es reicht also nicht, ROT mit + 12 V und SCHWARZ mit GND des Stecker-Schaltnetzteils zu verbinden...

Zum Glück fand ich die übliche Schaltung eines CCFL-Inverters für vier CCFL-Röhren im Netz:

Externer Link http://www.elecfans.com/uploads/allimg/120405/111R03649-1.jpg
Das hat schon sehr geholfen, um die Sache zum Laufen zu bekommen.

Datenblatt des in der Schaltung verwendeten PWM-Reglers BA9741 (TL1451):

Externer Link  http://pdf1.alldatasheet.com/datasheet-pdf/view/172904/UTC/BA9741.html

Nach einer umfassenden Untersuchung der Schaltung und des CCFL-Inverters DELTA DAC-12C020 habe ich die folgende Beschaltung herausgefunden:

  • BRAUN -> +12 V (auf der Platine direkt verbunden mit ROT)
  • ROT -> +12 V (auf der Platine direkt verbunden mit BRAUN)
  • ORANGE -> weiß nicht - lasse ich frei
  • GELB -> GND (manch Leute sagen auch -12 V -> das ist aber unkorrekt)
  • GRÜN -> ON / OFF -> mit BRAUN verbinden über einen Widerstand von 1 kOhm für ON!
  • SCHWARZ ->DIM - benötigt 0 bis 5 V für Einstellen der Helligkeit (PWM

Draht-Igel

So leuchten die CCFL-Leutstoffröhren schon mal...

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass die Verbindung von BRAUN und GRÜN ein Tipp aus einem Forum war. Ungewöhnlich ist, dass GND (-12V) nicht in SCHWARZ sondern in GELB rausgeführt ist. Normalerweise ist GND immer BLAU oder SCHWARZ - etwas irritierend!

Ich hatte eigentlich vermutet, dass ORANGE für die Helligkeit zuständig ist. Aber nein - es ist SCHWARZ. ORANGE lasse ich einfach frei.

Hier die "Schaltung" mit angeschlossenem schwarzem Kabel:

Stromlaufplan

Die Kombination der Widerstände 500 Ω / 1,2 kΩ liefert ca. 3,7 V. Damit ist das Display bzw. die CCFL-Leuchtstoffröhren ordentlich hell! Ich lasse das jetzt so. Man könnte sicher noch ein Poti (Drehwiderstand) einbauen, um die Helligkeit einstellbar zu machen.

Der Stromverbrauch des Ganzen liegt jetzt bei ca. 1,4 A. Er ist damit etwas höher als bei geringer Helligkeit - aber das ist ja auch logisch. Da war der Stromverbrauch bei 1,2 A.

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Letzte Änderung:
February 19. 2018 18:07:56
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